Etwas mehr (Kurzgeschichte)

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Etwas mehr ("Coś więcej") ist eine Kurzgeschichte aus der Kurzgeschichtensammlung Das Schwert der Vorsehung von Andrzej Sapkowski. Es ist die sechste und letzte Geschichte der Sammlung.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spoiler Hinweis!
Die Inhaltsangabe enthält diverse Spoiler

Rettung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geralt begegnet kurz vor Sonnenuntergang auf einer Brücke dem verängstigten Kaufmann Yurga. Ein Rad seines Wagens ist zwischen den Planken der maroden Brücke stecken geblieben. Seine beiden Knechte Pokvit und Vell haben das Weite gesucht. Die Gegend ist unheimlich. Unter ihnen in der Schlucht liegen zahllose Gebeine jener, die dort aus welchem Grund auch immer, den Tod gefunden haben. Yurga schlottern vor Angst die Knie, aber er will seine Waren nicht im Stich lassen. Geralt hilft ihm und verlangt als Dank das Gesetz der Überraschung.
Nach Sonnenuntergang werden die beiden von einem Schwarm kleiner grässlicher Kreaturen überfallen. Die dürren Wesen sind einzeln keine Bedrohung, doch in der Überzahl schwer zu bewältigen. Trotzdem gelingt es Geralt, die kleinen Ungeheuer zu töten bzw. in die Flucht zu schlagen. Er hat jedoch eine tiefe Wunde am Bein davongetragen und verliert das Bewusstsein.
Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich auf dem Wagen, der auf dem holprigen Weg aus dem Wald davonfährt. Yurga und seine beiden Knechte sind bei ihm. Sie haben ihm notdürftig die Wunde verbunden. Geralt hat fürchterliche Schmerzen und fiebert. Er lässt sich von Yurga eines seiner Tränke geben und fällt danach in einen tiefen Schlaf.

Wiedersehen zu Belleteyn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geralt träumt ...
Er findet sich inmitten des Trubels des Belleteyn-Fests wieder. Fröhliche und singende Menschen feiern die Mainacht und ziehen zur Wiese zum großen Feuer. Der Funke der Heiterkeit will nicht auf den Hexer überspringen, trotzdem lässt er sich mittreiben. Unverhofft trifft er auf Yennefer, die an den Vergnüglichkeiten teilnimmt. Die beiden freuen sich, einander nach über einem Jahr wiederz sehen, aber eine bedrückende Atmosphäre steht zwischen ihnen. Dennoch flammen in beiden die nie erloschenen Gefühle und die ewige Hoffnung auf ein gemeinsames Leben wieder auf. Geralt und Yennefer wissen, wenn sie ihre Liebe wieder aufblühen lassen, wird im gleichen Maße der Schmerz zunehmen, denn sie können keine gemeinsamen Wege gehen. Doch für dieses eine Mal in der Mainacht von Belleteyn geben sie sich ihren Gefühlen und Verlangen hin.
Als sie sich bei Sonnenaufgang trennen, rät Yennefer Geralt, nach Cintra zu reiten. Die Zauberin weiß Bescheid über Geralts Kind der Überraschung Ciri.

Weiterfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geralt kommt wieder zu sich. Sein Zustand hat sich verschlechtert. Die Wunde eitert und das Bein beginnt anzuschwellen. Der Wagen des Kaufmanns hat mittlerweile Temerien verlassen. Sie sind in den Blasenkirschwäldern unterwegs und haben die Grenze zu Sodden überschritten. Der Zöllner ließ sie ohne Probleme passieren als er Geralt wiedererkannte. Er beauftragte sofort einen Kurier, im nächsten Ort einen Heiler zu suchen, damit dieser bereitstünde, wenn Yurga mit Geralt dort eintreffen. Seine Schmerzen sind unerträglich. Er nimmt wieder ein Hexer-Halluzinogen und fällt erneut in einen Fiebertraum.

Am Hofe von Calanthe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geralt träumt erneut ein Ereignis aus seiner Vergangenheit ...
Der Hexer erreicht Cintra und sucht Calanthe wegen seines Kindes der Überraschung auf. Hier trifft Geralt Mäussack wieder. Er erfährt von ihm, dass Pavetta und Duny auf der Überfahrt von Skellige nach Cintra verschollen sind - die Eltern, deren Kind Geralt sechs Jahre nach dem geleisteten Schwur von Duny in Empfang nehmen sollte. Aus unerklärlichen Gründen hatte Pavetta kurz vor ihrer Abreise entschieden, ihr Kind nicht mit an Bord zu nehmen. Calanthe ist Pavettas Mutter, sie war dabei, als Geralt Duny das Leben rettete. Calanthe, die Königin von Cintra, ist nicht begeistert, dass sie das Kind ihrer Tochter und einziges Enkel Geralt übergeben muss. Sie hat sich informiert über die Kräuterprobe und das grausame Verfahren, wie aus kleinen Kindern Hexer gemacht werden. Geralt weiß nicht, welches der im Schlossgarten herumtollenden Kinder der Sprößling von Duny und Pavetta ist. Calanthe verlangt von ihm, dass er sich eines aussuchen soll. Geralt erklärt der Königin, dass er kein Kind mitnehmen will. Der Tod folgt ihm auf Schritt und Tritt. Er glaubt nicht an die Vorhersehung und möchte nicht auf eine vage Vermutung hin ein Kind zum Hexer auswählen, das den schmerzhaften Prozess der Mutation durchmachen muss und noch nicht einmal die Gewissheit hat, die Prozedur zu überleben. Für solche eine Entscheidung bedarf es etwas mehr als die Vorhersehung.
Die beiden unterhalten sich lange über die Einlösung des Gelöbnisses. Geralt erwähnt hierbei, durch welche Umstände er zum Hexer geworden ist. Er war das unerwünschte Kind einer Zauberin, die annahm, dass Zauberinnen keine Kinder kriegen können und erkannte, dass sie eine der wenigen Ausnahmen ist. Geralt kennt seine Mutter nicht näher und sucht auch nicht nach ihr.
Letztendlich akzeptiert Calanthe Geralts Entscheidung und der Hexer verlässt den Hof allein. Damit hat Geralt in den Augen der Königin erneut an Wertschätzung gewonnen.

Die Heilerin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Geralt wieder zu sich kommt, sind die Schmerzen im Schenkel verschwunden. Die Bisswunde ist am Verheilen. Doch war er lange nicht bei Bewusstsein, ist geschwächt und wundgelegen. Eine Heilerin ist bei ihm. Er erkennt seine Mutter in ihr, ihr Name ist Visenna. Auch sie weiß, dass ihr Sohn vor ihr liegt, zeigt es aber nicht sofort und verbirgt ihre Gefühle. Doch Geralt ist ein wenig verbittert, und spricht sie schließlich darauf an, dass Visenna ihn damals weggeben hatte. Die Heilerin redet von Vorherbestimmung, dass sie sich nach so langer Zeit wieder sehen. Geralt will von ihr wissen, ob nur dies Visenna hierher geführt hat oder ob es da etwas mehr war – ihr eigenes Bestreben. Die Antwort auf die Frage bleibt offen. Am nächsten Tag ist Visenna fort.

Die Vorherbestimmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Fahrt nach Hause zu Yurgas Hof kommt der Kaufmann auf sein Versprechen zurück, Geralt das zu geben, was er zu Hause vorfindet und wovon er nichts weiß. Der Kaufmann ist sicher, dass damit ein Kind gemeint ist, das seine Frau in seiner Abwesenheit zur Welt gebracht haben soll. Seine Frau nach der Geburt ihres zweiten Sohnes keine Kinder mehr kriegen kann. Yurga will Geralt daher einen seiner Söhne geben, der soll ein Hexer werden. Geralt meint, Yurga ist ihm nicht mehr zu Dank verpflichtet. Er hätte bereits genug für seine Genesung getan.
Noch einmal kommen während der Fahrt Geralt Erinnerungen, als er am Ufer des Jaruga auf heimkehrende Truppen Temeriens trifft, die nach einer Schlacht mit Nilfgaard viele Verwundete zählen. Menschen, die vor den Nilfgaardern fliehen, wollen den Fluss überqueren. Unter ihnen ist Rittersporn. Er erzählt dem Hexer von der Schlacht von Marnadal und dem Massaker von Cintra. Der Barde hat keine Information, ob Ciri das Blutbad überlebt hat. Es war der Anlass, für Geralt sofort nach Cintra zu reisen - er kam nie dort an, Yurgas Rettung auf der Brücke kam dazwischen.
Als Yurga auf den Hof seiner Familie zurückkehrt und Geralt mitbringt, kommt ihm seine Frau Zelinda und seine Kinder entgegen – drei an der Zahl. Die Söhne Sulik und Nadbor sowie ein kleines Mädchen mit aschblonden Haaren. Ciri, die das Massaker von Cintra überlebt hatte und von Druiden aufgenommen wurde, die wiederum das Kind zu Yurga und Zelinda gaben. Dieses Mal läuft Geralt nicht weg und verspricht ihr, dass sie zusammen bleiben.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnte Charaktere:

Zeitliche Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In "Das Erbe der Elfen" erhält Geralt im Frühjahr einen Brief, in dem Yennefer sich beschwert, dass er sich erst fast 3 Jahre nach ihrer letzten Begegnung bei ihr meldet. Diese Begegnung findet hier im Mai statt. Da Geralt den Brief im Frühjahr 1264 bekommt, findet ihr Treffen demnach im Mai 1261 statt, womit dieser Part aus "Etwas mehr" dort einzuordnen ist!

Geralts Besuch auf Calanthe's Hof fand 6 Jahre nach dem Schwur, bei dem sich Pavetta im Anfangsstadium der Schwangerschaft befand, statt. DAvon ausgehend, dass Ciri im Frühjahr (Mai) 1251 geboren wurde, müsste der Schwur 1250 geleistet worden sein und Geralts Besuch bei Calanthe 1256 stattgefunden haben.

Die Gegenwartshandlung um Yurga, Ciri und Geralt findet unmittelbar vor "Das Erbe der Elfen" statt und handelt somit um 1263.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von der Kurzgeschichte gibt es keine direkte Umsetzung im Film "The Hexer". Die TV-Folgen "Rozdroże" (Scheidewege) und "Ciri" haben jedoch Bezüge zu dieser Kurzgeschichte.

Eine Umsetzung in der Wiedźmin Comic-Serie gibt es bislang nicht.

  • Im Computerspiel "The Witcher 3: Wild Hunt", das Jahre nach der Handlung aus der Kurzgeschichte spielt, gibt es eine Szene, in der Geralt seine lang vermisste Ciri wiederfindet und in den Armen hält. Diese Szene wird mit einem Bild untermalt, das ihre Vergangenheit zeigt und stark an den Moment des schicksalhaften Wiedersehens der beiden auf Yurgas Hof erinnert, als Ciri noch ein Kind war.