Ein halbes Jahrhundert Poesie

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Ein halbes Jahrhundert der Poesie (Ein halbes Jahrhundert Poesie) ist eine Sammlung von Rittersporns Werken und stellt gleichzeitig seine Memoiren dar.

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Roman "Der Schwalbenturm" führen Rittersporn, Regis, Geralt, Milva und Cahir eine ausgedehnte Diskussion über dieses Werk. Unter anderem darüber, warum der Barde mit seinen Memoiren der Zeit vorrausgreift, fünf Jahrzehnte beschreibt, obwohl er erst Mitte dreißig ist. Rittersporn hält sein Vorgehen für sinnvoll. Wenn er wirklich das Greisenalter erreicht hat, wird er möglicherweise Demenz und Skelerose haben und wäre niemals in der Lage, so umfangreiche Memoiren zu schreiben. Bei seinem Vorgehen braucht er als Greis nur noch die fertigen Memoiren zu veröffentlichen.
Ursprünglich wollte der Barde diese Kollektion "Fünfzig Jahre der Poesie" nennen, aber Regis konnte ihn davon überzeugen, dass im Klang des Titels "Ein halbes Jahrhundert Poesie" viel mehr Poesie mitschwingt.
Das dritte Kapitel aus "Der Schwalbenturm" besteht größtenteils aus Erzählungen, bzw. Memoiren von Rittersporns "Ein halbes Jahrhundert Poesie".

Beinahe wären Rittersporn und seine Memoiren zu einem sensationellen Fund der Gegenwart geworden. Im Roman "Der Schwalbenturm" macht Andrzej Sapkowski einen Sprung in die heutige Zeit.
Professor Schliemann und sein Archäologenteam von der Universität Graupian finden bei Ausgrabungen in Beauclair einen Tubus mit einem Wappen von Rivien. Für die Wissenschaftler ist das eine beispiellose Entdeckung, da die Manuskripte Aufschluss über das Dunkle Zeitalter geben werden. Leider konnte niemand mehr die Manuskripte lesen. Der Ausgräber Kamil Ronstetter und zwei seiner Kollegen vermuten in dem Tubus Wertgegenstände und stehlen das Artefakt. Als sie den Tubus aufbrechen und bekritzeltes Papier finden, halten sie es böses Hexereiwerk und werfen das Pergament ins Feuer.


Literaturstellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glossary

Ausschnitte aus "Ein halbes Jahrhundert Poesie" werden in den Romanen "Die Zeit der Verachtung" ("Czas pogardy"), "Feuertaufe" ("Chrzest ognia") und "Der Schwalbenturm" ("Wieża Jaskółki") als W.png Epigraphen zwischen den Kapiteln zitiert.

Zu sagen, ich hätte sie gekannt, wäre eine Übertreibung. Ich glaube, außer dem Hexer und der Zauberin kannte sie niemand wirklich. Als ich sie zum ersten Mal sah, machte sie überhaupt keinen großen Eindruck auf mich, selbst unter den ziemlich unheimlichen Begleitumständen. Ich habe Leute gekannt, die behaupteten, sofort, bei der ersten Begegnung den Hauch des Todes gespürt zu haben, der dieses Mädchen umgab. Mir jedoch kam sie ganz gewöhnlich vor, aber ich wusste ja, dass sie nicht gewöhnlich war – daher habe ich mich besonders bemüht, sie eingehend zu betrachten, in ihr das Ungewöhnliche zu entdecken, zu erfühlen. Doch ich beobachtete nichts und fühlte nichts. Nichts, was die späteren tragischen Ereignisse hätte signalisieren, ankündigen, ahnen lassen können. Die Ereignisse, deren Ursache sie war. Und die Ereignisse, die sie selbst herbeiführte.
Die Zeit der Verachtung, ("Czas pogardy"), Ausgabe dtv 2009, S. 62


Von der Liebe wissen wir nicht viel. Mit der Liebe ist es wie mit einer Birne. Die Birne ist süß und hat eine Form. Versucht einmal, die Form der Birne zu definieren.
Die Zeit der Verachtung, ("Czas pogardy"), Ausgabe dtv 2009, S. 130


Ich habe in meinem Leben viele Militärs kennengelernt. Ich kannte Marschälle, Generale, Heergrafen und Hetmane, die Triumphatoren zahlreicher Feldzüge und Schlachten. Ich habe mir ihre Erzählungen und Erinnerungen angehört. Ich habe sie über Karten gebeugt gesehen, wie sie darauf verschiedenfarbige Striche zeichneten, Pläne machten, die Strategie bedachten. In diesem Krieg auf dem Papier passte alles, alles funktionierte, alles war klar und in vorbildlicher Ordnung. So muss es sein, erklärten die Militärs. Eine Armee heißt ja vor allem Ordnung und Disziplin.
Umso erstaunlicher ist es, dass der wirkliche Krieg – und ein paar wirkliche Kriege habe ich gesehen – im Hinblick auf Ordnung und Disziplin einem in Flammen stehenden Bordell zum Verwechseln ähnlich sieht.

Feuertaufe, ("Chrzest ognia"), Ausgabe dtv 2009, S. 62


Ich werde oft gefragt, wie es kommt, dass ich mich entschlossen habe, meine Erinnerungen niederzuschreiben. Viele Leute interessieren sich für den Augenblick, da meine Memoiren ihren Anfang nahmen – nämlich welche Tatsache, welcher Umstand oder auch welche Begebenheit den Beginn der Niederschrift begleitete oder den Anstoß dazu gab. In der Vergangenheit habe ich verschiedene Erklärungen gegeben und so manches Mal gelogen, jetzt aber will ich der Wahrheit die Ehre erweisen, denn heute, da mein Haar weiß und dünn geworden ist, weiß ich, dass die Wahrheit ein wertvolles Korn ist, die Lüge indes nutzlose Spreu.
Die Wahrheit aber ist: Die Begebenheit, die allem den Anstoß verliehen hat, der ich die ersten Notizen verdanke, aus denen sich mein späteres Werk zu formen begann, war ein Zufall – dass sich nämlich Papier und ein Bleistift unter den Dingen befanden, die meine Gefährten und ich aus den Lagern der Truppen von Lyrien gestohlen haben. Es begab sich das …

Der Schwalbenturm, ("Wieża Jaskółki"), Ausgabe dtv 2010, S. 94

Textauszug zur Flussregion Nordfall ("Der Schwalbenturm")