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Bezüge zu anderen Werken

Aus Hexer Wiki
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In der Hexer-Saga sowie anderen Werken des Autors Andrzej Sapkowski gibt es immer wieder Bezüge zu anderer Literatur. Es handelt sich häufig um beiläufige Bemerkungen und Hinweise, teilweise deutet Sapkowski auch Märchen, Sagen und Legenden um, so dass sich ein ganz neuer Blickwinkel auf diese Mythen bietet.

Einige Ausschnitte und Zitate aus solchen Werken, thematisch nach Quelle, in alphabetischer Reihenfolge:

W.png Märchensammlung der Gebrüder Grimm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

W.png Aschenputtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorigen Winter hat der weniger gnädige Fürst Hrobarik versucht, mich für die Suche nach einem hübschen Mädchen anzustellen, das seine ordinäre Buhlerei satt hatte und von einem Ball floh, wobei es einen Schuh verlor.
Eine Frage des Preises (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 171

W.png Dornröschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerüchte um Foltests Tochter Adda besagen:

"Sie wurde mit einer Spindel gestochen und ist in einen ewigen Schlaf gefallen, die Ärmste, wie ein Gerücht besagt; sie liegt in einem Sarg in einem von Hagedorn überwucherten Kastell."
Zeit des Sturms, Ausgabe dtv 2015, S. 430

W.png Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nivellen erzählt Geralt von einem Märchen, das er von seiner Amme Lenchen gehört hat:

"[...] Verdammt, dachte ich, es sieht so aus, als ob hübsche Mädchen Frösche in Prinzen verwandeln, oder auch umgekehrt [...]"
Ein Körnchen Wahrheit (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 76

W.png Der Fuchs und die Katze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Mädchen Ciri möchte, dass Geralt ihr ein Märchen erzählt. Er erzählt eine kurze Geschichte vom Fuchs und der Katze, woraufhin die Dryade Braenn dem Mädchen die Moral des Märchens erklärt:

"[...] Nicht lange denken, sondern eins, zwei und auf den Baum. Das ist die ganze Klugheit. Sich nicht kriegen lassen."
Das Schwert der Vorsehung (Kurzgeschichte), enth. in Das Schwert der Vorsehung, Ausgabe dtv 2008, S. 337

W.png Der Gevatter Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem W.png Epigraph zum neunten Kapitel heißt es:

Manche von den Flämmchen waren hoch und kräftig, sie leuchteten hell und lebhaft, andere aber waren ganz klein, unstet und zittrig, und ihr Licht nahm ab und verging. Ganz am Ende jedoch war ein Flämmchen, klein und so schwach, dass es kaum glomm, kaum flackerte, bald mit großer Mühe aufflammte, bald beinahe vollends erlosch.
»Wessen ist dieses verlöschende Feuerchen?«, fragte der Hexer.
»Deins«, erwiderte der Tod.
- Flourens Delannoy,
Märchen und Volkssagen

Die Dame vom See, Ausgabe dtv 2011, S. ??

Dem Epigraph in Verbindung mit dem Grimm'schen Märchen zufolge hat dieser Hexer den Tod als Paten. In Sapkowskis Geralt-Büchern taucht immer wieder das Motiv auf, dass Geralt nie zurückschaut, denn ihm folgt der Tod (was eher auf seinen Beruf als Monsterjäger zurückzuführen ist). Jedoch durch seine "Verstrickung" mit dem Schicksal und dem Kind der Vorsehung - seine Ziehtochter Ciri - ist es anzunehmen, dass Geralt, um den sich gemeinsam mit Ciri und seine Geliebte Yennefer später eigene Legenden rankten, der Ausgangspunkt für diesen zitierten Volksglauben sein sollen.

W.png Hänsel und Gretel / Alte Hexe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"[...] Sie haben mir von einer Jaga erzählt, die irgendwo in den hiesigen Wäldern ihren Schlupfwinkel hat, ein Häuschen auf einem klauenbewehrten Hühner-Dreibein. [...]"
Eine Frage des Preises (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 167

  • Anm.: Da im Polnischen der Bezug zum Grimmschen Märchen eindeutig ist, im Deutschen jedoch nicht (u.a. weil dort die Hexe in einem Pfefferkuchenhaus wohnt), findet sich eine nähere Erläuterung zu den Zusammenhängen in der Diskussion zu dieser Seite.

Im geheimen Labor des sadistischen Zauberers Sorel Degerlund findet Geralt die Leiche eines blonden Mädchens, seziert auf einem stählernen Tisch liegend. Im Nachbarram ist ein Junge in einem Käfig eingesperrt:

In einer Ecke stand ein Käfig, so niedrig, dass er an einen Hühnerkäfig erinnerte. Er erblickte dünne Finger, die die Eisenstäbe umklammerten. Und dann die Augen.
"Herr... Helft mir..."
Ein Junge, höchstens zehn Jahre alt. Zusammengekrümmt und zitternd.

Zeit des Sturms, Ausgabe dtv 2015, S. 354

W.png Rapunzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Magier Stregobor klärt Geralt darüber auf, wie der Rat der Zauberer mit den (vermeintlich) vom Fluch der Schwarzen Sonne - bzw. der "Manie des Verrückten Eltibald" - befallenen Prinzessinnen verfahren ist:

"[...] Wir haben uns geirrt, und mehr als einmal. Es war außerordentlich schwer, sie herauszugreifen. Darum haben wir auch aufgehört, sie ... zu beseitigen, und sie statt dessen versteckt."
"Eure berühmten Türme", sagte der Hexer abfällig.
"Unsere Türme. Aber das war auch wieder ein Fehler. Wir haben sie unterschätzt, und viele sind uns entwischt. Unter den Prinzenm vor allem den jüngeren, die nicht viel zu tun und noch weniger zu verlieren hatten, kam so eine irrsinnige Mode auf, die gefangenen Schönheiten zu befreien. Zum Glück haben sie sich meistens den Hals gebrochen."

Das kleinere Übel (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 115

W.png Rotkäppchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Geralt zusammen mit Braenn im Brokilon-Wald unterwegs ist, trifft er auf ein Wesen im grauen Wämslein mit roter Kapuze:

Geralt betrachtete das Mädchen. [...] das kleine Wams mit der roten Kapuze, das sie trug, ließ nichts erkennen [...]
Das Schwert der Vorsehung (Kurzgeschichte), enth. in Das Schwert der Vorsehung, Ausgabe dtv 2008, S. 322

Die Zuordnung zu "Rotkäppchen" ist nicht ganz eindeutig, doch das Mädchen, die Erwähnung der roten Kapuze und dass die Handlung sich in einem Wald abspielt deuten darauf hin.

W.png Rumpelstilzchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gokgokling zitiert die Geschichte von der Königin Zivelina, um Calanthe zu demonstrieren, dass man sich an die gegebenen Versprechen beim "Gesetz der Überraschung" zu halten hat.

"[...] Denkt auch an Zivelena, die mit Hilfe des Gnoms Rumpelstilt Königin von Metinna wurde und ihm dafür ihr erstes Kind versprach. Zivelena hielt ihr Versprechen nicht, als Rumpelstilt seine Belohnung holen kam, und zwang ihn mit Zauberei zur Flucht. Kurze Zeit darauf starb sie mit ihrem Kind an einer Seuche. Man spielt nicht ungestraft mit der Vorsehung!"
Eine Frage des Preises (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 188

W.png Schneewittchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Anleihe auf den sprechenden und allwissenden Spiegel:

"[...] Aridea wandte sich recht oft an den Spiegel ..."
"Mit der üblichen Frage, nehme ich an", fiel ihm Geralt ins Wort. "'Wer ist die Schönste im ganzen Land?' Soviel ich weiß, gibt es nur zwei Arten der Spiegel der Nehaleni: starrsinnige und zerstörte."

Das kleinere Übel (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 116 f.

Als Anleihe auf die sieben Zwerge:

Erst vier Jahre später erhielt ich eine Nachricht von Aridea. Sie hatte die Kleine aufgespürt, sie lebte in Mahakam mit sieben Gnomen, die sie davon überzeugt hatte, dass man besser Kaufleute überfiel, als sich im Bergwerk eine Staublunge zu holen. Sie wurde allgemein die Würgerin genannt, denn wie der gleichnamige Vogel liebte sie es, die Gefangenen lebendig auf spitze Pfähle zu spießen. Aridea stellte mehrmals Mörder an, doch keiner kehrte zurück. Später war es dann schwierig, noch welche zu finden, denn die Kleine war schon ziemlich berühmt.
Das kleinere Übel (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 118

Als Anleihe auf den gläsernen Sarg:

[...] Ich verpackte sie in einem hübschen Klumpen Bergkristall, sechs mal zehn Ellen.
Das kleinere Übel (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 119

W.png Die sechs Schwäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kurzgeschichte "Das Schwert der Vorsehung" wird erwähnt, dass Baron Freixenet von einem Fluch befallen war. Als sich Geralt und Freixenet darüber unterhalten, bemerkt der Hexer, wie sehr sich der Inhalt dieses Vorfalls ändert, je öfter er weiter erzählt wird, so dass es mittlerweile wie ein Märchen klingt.

Märchen von W.png Hans Christian Andersen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

W.png Die kleine Meerjungfrau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rittersporn träumt von einer neuen Ballade zu Geralts aktuellem Abenteuer, wo er dem Fürst Agloval helfen soll, die Sirene Sh'eenaz zu heiraten:

"[...] In meiner Ballade opfert sich die Sirene für den Fürsten auf, tauscht Fischschwanz gegen ein paar schöne Beine, doch sie bezahlt es mit dem Verlust ihrer Stimme. Der Fürst betrügt sie, verläßt sie, und da stirbt sie vor Trauer, verwandelt sich in Meerschaum, wenn die ersten Sonnenstrahlen ..."
Ein kleines Opfer (Kurzgeschichte), enth. in Das Schwert der Vorsehung, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 227

W.png Die Prinzessin auf der Erbse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renfri erzählt Geralt:

Ich bin eine Prinzessin mit einem feinen Körperbau, ich spüre eine Erbse durch den Strohsack hindurch.
Das kleinere Übel (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe dtv 2009, 5. Aufl., S. 144 f.

W.png Die Schneekönigin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geralt und Yennefer unterhalten sich über die Herkunft des Namens der Stadt Aedd Gynvael:

"Unter den Elfen", flüsterte die Zauberin nachdenklich, "geht die Legende von der Königin des Winters, die im Schneesturm in ihrem mit weißen Pferden bespannten Schlitten übers Land fährt.
Ein Eissplitter (Kurzgeschichte), enth. in Das Schwert der Vorsehung, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 113

Sagen, Legenden, Mythen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

W.png Artus-Legende (Mythologie Britanniens)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Praktisch durch den ganzen fünften und bislang letzten Band der Geralt-Saga, Die Dame vom See, ziehen sich Anleihen auf Personen und Ereignisse der Artus-Legende. Der Name des Bandes ist bereits der markanteste Hinweis darauf: poln. Originaltitel "Pani jeziora" - ins Deutsche übertragen W.png Die Herrin vom See.

W.png Baba Jaga (slawische Mythologie)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"[...] Sie haben mir von einer Jaga erzählt, die irgendwo in den hiesigen Wäldern ihren Schlupfwinkel hat, ein Häuschen auf einem klauenbewehrten Hühner-Dreibein. [...]"
Eine Frage des Preises (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 167

W.png Vom Fuchs und Raben (Fabel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um sich hervorzutun, trägt der junge Nycklar die Ereignisse breit, die er im Dorf Eifers erlebt hat. Stefan Skellen bekommt Wind davon und verhört ihn daraufhin. Nycklar macht sich selbst Vorwürfe, dass er nicht hatte den Mund halten können.

Wenn er sich doch nur an die Warnungen hätte erinnern wollen, die ihm vernünftige Leute gegeben hatten! Wenn er sich der Sprichwörter erinnert hätte oder wenigstens des Märchens von dem Raben, der den Schnabel nicht halten konnte!
Der Schwalbenturm, ("Wieża Jaskółki"), Ausgabe dtv 2010, S. 151

Der Räuber Nachtigall (russische Mythologie)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Der Schwalbenturm ist die Rede von einer "Nachtigall"-Räuberbande. Sie wird angeführt von Homer Straggen, der für seine besondere Grausamkeit bekannt war.

In mittelalterlichen W.png russischen Heldenliedern, aber bspw. auch in estnischen Märchen, wird u.a. der Recke W.png Ilja_Muromez beschrieben, der den Räuber Nachtigall zur Strecke gebracht hat. Nachtigall hatte eine unheimliche Waffe, die ihn bis dahin unantastbar gemacht hatte: sein Pfiff war tödlich.

W.png Der Rattenfänger von Hameln (deutsche Sage)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Handlungsabschnitt "Die Stimme der Vernunft (5)" unterhalten sich Geralt und Rittersporn über aussterbende Berufe. Einst hatte es Rattenfänger mit Flöten gegeben. Städte, die von einer Rattenplage heimgesucht waren, holten einen Rattenfänger. Dem geheimnisvollen Flötenspiel dieser Rattenfänger folgten die Ratten, als er die Stadt verließ. Im Laufe der Zeit haben Magier wirksamere Mittel erfunden. Es gab Katzen. Alles preisgünstigere Alternativen zu Rattenfängern, die nun nicht mehr gebraucht wurden.

W.png Rübezahl / Klopfer (Sagen- und Märchengestalt aus dem W.png Riesengebirge)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Roman "Der Schwalbenturm" ("Wieża Jaskółki") wird die Figur des Rübezahl als "Klopfer" benannt und auch durch ein Zitat aus dem Physiologus ausführlich beschrieben.

Der Klopfer, auch genannt Klopfgeist, Coblynau, Hämmerling, Rübezahl, Karkonosch, Schatzer oder Ödner, ist eine Abart des Kobolds, welchselbigen der Klopfer jedoch an Wuchs wie an Kraft bei weitem übertrifft. [...]
Feuertaufe, ("Chrzest ognia"), Ausgabe dtv 2010, S. 288

W.png Die Schöne und das Biest (Volksmärchen aus Frankreich)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der in ein Untier verzauberte Nivellen zu Geralt über seine Vergangenheit:

"[...] So war das bis zu dem Tag, an dem ich früh am Morgen aus dem Fenster schaue, und was sehe ich? Irgend so ein Festwanst schneidet Rosen von Tantchens Beet. [...] Die Wut überkam mich, ich stürzte auf den Hof. Als der Dicke die Stimme, die er bei meinem Anblick verloren hatte, wiederfand, quiekte er, er wollte nur ein paar Rosen fürs Töchterchen pflücken, ich sollte ihn verschonen, ihm Leben und Gesundheit lassen. [...] Ich erinnerte mich an die Märchen, die mir seinerzeit Lenchen, meine Amme, erzählt hatte, die alte Vettel. Verdammt, dachte ich, es sieht so aus, als ob hübsche Mädchen Frösche in Prinzen verwandeln, oder auch umgekehrt, also könnte doch ... [...] Der Kaufmann, denn es war ein Kaufmann, brach in Tränen aus, worauf er mir gestand, daß das Töchterchen acht Jahre alt war."
"[...] Er muß irgendwo mit seinem Abenteuer geprahlt haben, denn es vergingen keine zwei Monate, und ein anderer Kaufmann traf ein. Er hatte einen reichlich dicken Geldsack bei sich. Und eine Tochter. Auch reichlich dick."

Ein Körnchen Wahrheit (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 75 f.

W.png Der Wawel-Drache (polnischer Volksglaube)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Legende vom Drachen, der in einer Höhle unter dem Wawelhügel in Krakau lebte und dem, um ihn gütlich zu stimmen, regelmäßig jungfräuliche Mädchen geopfert werden mussten, wird das Untier von einem Schusterlehrling mit einem toten, mit Schwefel gefüllten Lamm überlistet. Nach Verzehr des giftigen Lammes bekam der Drache einen unbändigen Durst und platzte schließlich vor lauter Wasser im Bauch. In Sapkowskis Version der Legende funktioniert dieser Plan nur halb: Ein Schustermeister namens Zigenfras füllte den Kadaver mit einer abenteuerlichen Mischung, der Drache fraß das Schaf auch, doch er überlebte dieses Attentat. Später rächte sich ein anderer Drache an dem Schuster und verschlang ihn selbst mit Haut und Haaren.

"(...) Man tötete ein Schaf und stopfte es voll Nieswurz, Wolfsmilch, Tollkraut, Schwefel und Schusterpech. Sicherheitshalber schüttete der Stadtapotheker noch zwei Quart von seiner Mixtur gegen Furunkel dazu, und ein Priester aus dem Kreve-Heiligtum betete über dem Kadaver. Dann ließen sie das Schaf inmitten der Herde zurück, von einem kurzen Pfahl gestützt. (...)
Die Grenze des Möglichen (Kurzgeschichte), enth. in Das Schwert der Vorsehung, Ausgabe Doppelband, Heyne 2000, S. 26 f.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Herr der Ringe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn in Sapkowskis "Der Schwalbenturm" von bewegungsfähigen mächtigen Eichenmonstern die Rede ist, muss man sofort an die W.png Ents aus J.R.R. Toliens "W.png Der Herr der Ringe" denken:

Das Geschöpf erinnerte an einen gigantischen Baum, eine gegabelte uralte Eiche - und vielleicht war es auch eine Eiche. Aber eine sehr untypische Eiche. Anstatt irgendwo auf einer Waldwiese inmitten von herabgefallenen Blättern und Eicheln zu stehen, (...) marschierte diese Eiche zügig durch den Wald, stampfte gleichmäßig mit den dicken Wurzeln und schüttelte die Äste. Der bauchige Stamm - oder Rumpf - des Ungeheuers maß schätzungsweise zwei Klafter im Durchmesser, und die darin klaffende Höhle war wohl keine Baumhöhle, sondern ein Maul, denn sie klappte auf und zu, dass es klang, als schlüge eine schwere Tür zu.
Der Schwalbenturm, ("Wieża Jaskółki"), Ausgabe dtv 2010, S. 331

Allerdings erscheinen die Eichenmonster im Gegensatz zu den intelligenzfähigen Ents als recht tumbe Geschöpfe:

Hinter dem Eichenmonster schritt eine junge Druidin im weißen Gewand und mit einem Blumenkränzchen auf dem Kopf, die das Ungeheuer mit einer belaubten Gerte leicht vor sich her trieb.
"Tu ihnen nichts, Bäumchen, drück nicht zu. Sachte, Weide, weide, weide."

Der Schwalbenturm, ("Wieża Jaskółki"), Ausgabe dtv 2010, S. 332


Eine weitere Anspielung auf diese Trilogie findet sich im Einzelroman "Zeit des Sturms". In einer Zitadelle, die von Zauberern als Geheimlabor genutzt wird, gibt es in einem Höhlensystem eine durch Magie geschützte Tür:

Die Tür war magisch, mit einem Zauber gesichert. Die schwache Vibration des Amuletts signalisierte allerdings, dass es kein starker Zauber war.
Er näherte das Gesicht der Tür. »Freund.«
Die Tür öffnete sich lautlos in geölten Scharnieren. Wie er richtig erraten hatte, war sie standardmäßig mit dem schwachen magischen Schutz und der üblichen Parole versehen worden, ein Serienprodukt; niemand hatte – zu Geralts Glück – es für nötig gehalten, etwas Raffinierteres zu installieren. Die Tür sollte eine Grenze gegen den Höhlenkomplex bilden und gegen Wesen, die nicht einmal derart einfache Magie verwenden konnten.

Zeit des Sturms, Ausgabe dtv 2015, S.

Sie verweist auf eine Inschrift auf dem Tor von Moria: „Pedo mellon a minno!“ – „Sprich Freund und tritt ein!“ (Bd. 2: "W.png Die Gefährten").

Geschichten aus W.png 1001 Nacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Motiv mit dem Flaschengeist aus "W.png Aladin und die Wunderlampe" findet sich zusammen mit den drei Wünschen im Djinn der Kurzgeschichte "Der letzte Wunsch" wieder.

Rittersporn zieht beim Angeln einen Krug an Land, von dem Geralt dringend abrät, ihn zu öffnen:

»Ha! Schau, was ich gefunden habe!«
Neugierig geworden, trat Geralt näher. Der Fund erwies sich als bauchiger Krug aus Steingut, etwas in der Art einer Amphore mit zwei Henkeln, in ein Netz verstrickt, schwarz von verfaultem Wassermoos, von Köcherfliegen- und Schneckenkolonien – und er stank nach Schlamm.
»Ha!«, rief Rittersporn abermals stolz. »Weißt du, was das ist?«
»Klar. Ein alter Topf.«
»Du irrst dich«, verkündete der Troubadour, während er mit einem Stück Holz Muscheln und versteinerten, schmutzigen Lehm abkratzte. »Das ist nichts Geringeres als ein Zauberkrug. Drinnen sitzt also ein Dschinn, der mir drei Wünsche erfüllen wird.«

Der letzte Wunsch (Kurzgeschichte), enth. in Der letzte Wunsch, Ausgabe dtv 2007, S. 296


Physiologus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im wahren Leben existierte im 2. Jahrhundert ein W.png Physiologus, der sich mit Fabeltieren befasste.


Die "magische Flucht"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei einem Gespräch der Zauberin Nimue mit der Adeptin Condwiramurs über das Ende der Legende vom Hexer Geralt und seiner Schutzbefohlenen Ciri werden verschiedene überlieferte Versionen der Flucht des Mädchens vor den Erlenelfen erwähnt:

»(...) Ciri floh aus dem Schwalbenturm, wo sie, wie du erträumt hast, gefangen war. Als sie erkannte, was man ihr antun wollte, floh sie. Die Legende liefert viele Versionen dieser Flucht …«
»Mir«, warf Condwiramurs ein, »gefällt am besten die, wo sie Dinge hinter sich wirft. Den Kamm, den Apfel und das Tuch. Aber …«

Die Dame vom See, Ausgabe dtv 2011, S. ??

Das Motiv der "magischen Flucht", bei der einem Verfolger Gegenstände in den Weg geworfen werden, welche sich zu größeren Hindernissen verwandeln und damit die Flucht ermöglichen, taucht in abgewandelten Formen in verschiedenen Märchen auf, z.B. bei W.png Der Eisenofen, W.png Das singende springende Löweneckerchen, W.png Die Nixe im Teich), auch bei (W.png De beiden Künigeskinner, W.png Die sechs Diener) oder (W.png Fundevogel, W.png Der Liebste Roland). (Quelle: Wikipediaartikel W.png Die Wassernixe, zuletzt besucht am 23. September 2013)